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Fistula e.V.

Weltfrauentag 2026

Liebe Fistula-Förder*innen und -interessierte,

Mitte Februar gab es großartige Neuigkeiten: Das ARENA Fistula Hospital in Burkina Faso wird Trainingszentrum der Weltorganisation für Gynäkologie und Geburtshilfe (FIGO) in Fistelchirurgie für Westafrika als einzig französischsprachige Einrichtung. Fistula e.V. hat daran einen nicht unwesentlichen Anteil, haben wir doch in den letzten zwei Jahren das Krankenhaus mit wesentlichem Equipment ausgestattet und Weiterbildungen in vielen Bereichen durchgeführt, um das Versorgungsniveau für Frauen mit schweren Geburtsverletzungen nachhaltig zu stärken. Wir sind stolz auf ARENA!

In diesem Newsletter berichten wir über eine wichtige Projektreise unserer ersten Vorsitzenden Dr. Barbara Teltschik in Kooperation mit Dr. Fekade Ayenachew, erfahrenem Trainer und Fistelchirurgen und der FIGO beim ARENA Fistula Hospital sowie dem erfolgreichen Abschluss der ersten Schneidereiausbildung in unserem Reintegrationsprogramm.

Unterstützen Sie unsere Arbeit zur nachhaltigen Verbesserung der Versorgung von Fistelpatientinnen in Subsahara-Afrika!

Spenden Sie da, wo die Hilfe bei den Menschen ankommt!

ARENA Weltfrauentag
Singend und klatschen begrüßen uns die Fistelpatientinnen des ARENA Fistula Hospital in Burkina Faso

Train the Trainer – intensive 10 Tage bei ARENA

Bei unserem letzten Besuch im Mai 2025 wurde deutlich, dass die Ärzte Schwierigkeiten hatten, die Indikation zur endoskopischen Untersuchung zu stellen – dem Team fehlte die Einordnung der für die Betreuung ihrer Fistelpatientinnen neuen Untersuchungstechnik in ihre tägliche Arbeit. Daher wollten wir zukünftig die Erstuntersuchung der Patientinnen mit einbeziehen, inklusive Ultraschall, um die Behandlungspfade mit den neuen Möglichkeiten im Krankenhaus zu erarbeiten.

Wir entschieden uns, Dr. Fekade Ayenachew, zertifizierter FIGO-Trainer und Experte in Fistelchirurgie, den wir seit vielen Jahren von unserer Kooperation mit Hamlin Fistula in Äthiopien kennen und dort in endoskopischen Techniken ausgebildet haben, zu einem Workshop einzuladen.

Geplant waren 10 Tage Anfang Februar mit dem Thema: "Indikationsstellung und praktische Ausbildung bei Endoskopien und komplexen Fisteloperationen". Schwerpunkte sollten auf der Entscheidungsfindung und dem perioperativem Management liegen. Natürlich waren auch Fortbildungen für das Pflegepersonal geplant. Wir koordinierten den Besuch kurzfristig mit einem Einsatz für die FIGO, in dem Dr. Fekade beurteilen sollte, ob das ARENA Fistula Hospital die Kapazität als Ausbildungszentrum für Fistelchirurgie hat.

Zwei Tage bereiteten Dr. Itengré, Chefarzt von ARENA, und Dr. Barbara Teltschik mit dem ganzen Team alles für den „hohen Besuch“ vor. Hygienevorschriften wurden nochmals alle geprüft und die Abläufe besprochen. Doch alles war perfekt umgesetzt, wie im letzten Besuch in den Arbeitsanweisungen niedergelegt. Es ist beeindruckend, wie diese Mannschaft zusammenarbeitet und Neuerungen akzeptiert und sofort umsetzt!

Zum Empfang für Dr. Fekade am Montag früh standen die gesamte Belegschaft des Krankenhauses und die Patientinnen Spalier, sangen und klatschten. Eine große Ehre für den Gast!

ARENA_OP-Team
Dr. Itengré, Chefarzt und Gründer von ARENA (dritter von rechts) begrüßt Dr. Fekade, erfahrener Trainer in Fistelchirurgie (zweiter von rechts) mit dem gesamten OP-Team.

Nach einem kurzen Rundgang durch das Krankenhaus fing die Arbeit an: am ersten Tag wurden zwanzig Patientinnen klinisch und sonographisch untersucht. Dr. Itengré hatte bewusst schwierige Fälle einbestellt, bei denen er sich kollegiale Unterstützung wünschte. Die gemeinsame Untersuchung zeigte mehrere Patientinnen mit Harnstauungsnieren, die beim bisher üblichen Untersuchungsgang nicht erkannt worden wären. Wir konnten besprechen, welche Patientinnen eine weiterführende Diagnostik, zum Beispiel eine Blasenspiegelung benötigten und alles gemeinsam vorbereiten.

Im Laufe der Woche führten Dr. Fekade und Dr. Teltschik mehrere theoretische Fortbildungen für das gesamte Team durch. Fünf Patientinnen benötigten eine Cystoskopie, die Dr. Itengré ausführte. Es ergaben sich wichtige neue Befunde, sodass wir die weiteren Behandlungsschritte erörtern konnten. Außerdem führte das Team zwölf große Operationen bei komplexen Fisteln, ausgeprägten Dammverletzungen und bleibender Harninkontinenz nach vorausgegangenem Fistelverschluss durch. Zwei Harnleiterneuimplantationen wurden mit inneren Harnleiterschienen versorgt, die nun endoskopisch entfernt werden können.

ARENA_Reintegration
Train the tainer - Dr. Fekade erklärt Dr. Itengré einen Befund bei der Cystoskopie
Natürlich war wie immer die Zeit zu kurz für unsere Vorhaben, sodass die verschiedenen Greifzangen für die Entfernung von Fremdkörpern oder eine Gewebeentnahme noch nicht zum Einsatz kamen. Eine Patientin mit ausgeprägter Harnstauung konnten wir notfallmäßig mit einer Nierenfistel unter sonographischer Kontrolle versorgen. Glücklicherweise war ein entsprechender Spezialkatheter mit im Gepäck, denn in Subsahara-Afrika ist es schwierig, einen solchen zu kaufen.

Dr. Barbara Teltschik: „Sicherlich wird das Training der Endoskopie noch mehrere Besuche in Anspruch nehmen und weiterhin im Fokus unserer Projektbesuche stehen. Wir möchten es jedoch, dem täglichen Arbeitsablauf angemessen, mit anderen Weiterbildungen kombinieren und hoffen, dass uns genügend Spendengelder zur Verfügung stehen, um weitere Projektbesuche zu finanzieren. Ziel ist es, dem Team von ARENA die professionelle Nutzung aller Möglichkeiten, die das endoskopische Equipment bietet, zu vermitteln. Dafür möchten wir auch wieder Dr. Fekade einladen, dessen jahrelange Erfahrung von unschätzbarem Wert ist." Die Weiterbildungen sollen neben der Endoskopie zukünftig Sonographie und die Versorgung komplexer Geburtsfisteln beinhalten. 

Eine Belohnung für die unermüdliche Verbesserung in der Patientenversorgung war die Ernennung zum "Fistelzentrum" der Weltorganisation für Gynäkologie und Geburtshilfe, die ARENA eine Woche nach unserem Aufenthalt nach positiven Rückmeldungen durch Dr. Fekade erhielt. Nun können auch nur französisch sprechende Ärzte Westafrikas und Madagaskars in der Fistelchirurgie ausgebildet werden. Das Ziel von Fistula e.V. ist, mit unserer Arbeit einen Benefit für viele Ärzte in der Region zu erreichen.

 

Moderne Diagnostik ist wichtig!

Das ARENA Fistula Hospital benötigt dringend ein Sonographiegerät, um die Qualität der präoperativen Diagnostik zu verbessern und Komplikationen nach der OP schneller zu erkennen. Das Gerät ist bereits auf dem Weg, die Handhabung muss noch gelernt werden.   

Für die Finanzierung dieser wichtigen Projektbesuche brauchen wir dringend  Unterstützung! 

 

Ausbildung in Schneiderei erfolgreich abgeschlossen

Es traf sich wunderbar! Der erste Schneiderkurs, den Fistula e.V. finanziert hat, beendete die praktische Ausbildung während Dr. Teltschiks Aufenthalt im ARENA Fistula Hospital. Die Mädchen und Frauen für den neuen Kurs waren auch schon vor Ort, sodass sich fast 30 Schülerinnen im Unterrichtsraum befanden. Die Neuen studierten zum Teil interessiert die fast schon perfekten Handgriffe der Abgängerinnen, zum Teil waren sie recht unsicher und schüchtern in Anbetracht der neuen Aufgabe. Es herrschte ein emsiges Treiben, die einen in Vorfreude, in ihrer Heimat ein neues Leben zu beginnen, die anderen voller Erwartung, die große Chance für eine Berufsausbildung zu bekommen. Rasmata, Ehefrau von Dr. Itengré und Leiterin der Reintegration, zeigte mir stolz einige Ergebnisse der Schneiderei. Es werden während der Ausbildung Nachthemden, Klinikwäsche und Kinderkleider gefertigt. Letztere werden zum Kauf angeboten, aber auch für die Kinder der Patientinnen gefertigt, die oft in zerfetzter Kleidung mit ihrer völlig verarmten Mutter ankommen.
ARENA_Schneiderei
Überfüllte Nähstube: die Abschlussklasse zusammen mit der Gruppe der Anfängerinnen

Die beiden Schneider erklären geduldig das Abmessen der Körpermaße und Umrechnen auf die jeweilige Größe, für manche anfangs eine schwierige Aufgabe, verfügen sie doch über eine minimale oder gar keine Schulbildung. Erstmals einen Stoff zuschneiden – eine schwierige Aufgabe, wenn man nichts verschwenden will. Und dann die Nähmaschine: es sieht so einfach aus, aber die Kontrolle darüber treibt einem schon mal den Schweiß auf die Stirn.
Vor dem Raum steht schon alles für die Abfahrt bereit. Mechanische Nähmaschinen, Bügeleisen, Nähutensilien, ein paar Stoffe, eine Schneiderschere und Lineale. Außerdem bekommt jede Frau eine Grundausstattung für die Seifenherstellung mit nach Hause. Ein zweites Standbein für den Lebensunterhalt kann nicht schaden.

„Am Ende meiner Besuchswoche durfte ich den Fototermin vor der Abreise miterleben. Stolz standen sie in ihren selbstgefertigten Outfits hinter ihrer neuen Ausrüstung. Alle 15 Mädels haben die Ausbildung abgeschlossen und schauen nun erwartungsvoll in die Zukunft!“ erzählt Dr. Teltschik.

ARENA_Schneiderei
Die Abschlussklasse hinter ihrer Schneiderausrüstung (mit Rasmata und Dr. Teltschik). Alle haben sich aus demselben Stoff zum Abschluss ein eigenes Modellkleid gefertigt.
Alle Frauen und Mädchen werden nach Hause gebracht und weitere sechs Monate von einem Sozialarbeiter betreut. Die Ausbildung soll den Grundstein für ein selbstständiges Einkommen legen und ihnen finanzielle Unabhängigkeit bieten. Für Frauen in Burkina Faso ist das sehr schwierig, denn Besitz hat nur der Mann. Fistula e.V. hofft, dass die psychosoziale Betreuung während der Ausbildung und die 6 Monate danach Stabilität schaffen für ein selbstbestimmtes Leben. Das ist für uns die Motivation für die Kostenübernahme dieses außergewöhnlichen Projektes.
 

Spende für die Reintegration junger Frauen in Burkina Faso

Die Nähkurse für junge, alleinstehende  Frauen sind ein wesentlicher Bestandteil der Reintegration, um später ein selbst-bestimmtes Leben zu führen. Ergänzende Alphabetisierung ist in Planung.

Wir finanzieren dieses wichtige Engagement
mit Ihren Spenden.
 

Elektrochirurgie für unsere Partner –
eine Spende von KLS Martin

Erfreulicherweise erhielten wir zwei Geräte für die Elektrochirurgie, eine Methode zur Verminderung des Blutverlustes und zum sauberen Präparieren, die aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken ist. In Subsahara-Afrika sind nur wenige Krankenhäuser mit dieser Technik ausgestattet.

Diese großzügige Spende der Firma KLS Martin aus Tuttlingen ermöglichte es uns, TERREWODE ein Gerät für den zweiten OP-Tisch und als Back-up zu schicken und das Uralt-Gerät im ARENA-Hospital auszutauschen. Bei dieser Gelegenheit kaufte Fistula e.V. für alle chirurgischen Sets die erforderlichen elektro-chirurgischen Pinzetten. Diese Technik konnten wir bei den Operationen einführen, die im Laufe unseres Einsatzes Anfang Februar erfolgten.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Familie Leibinger und Herrn Schmider von KLS Martin!

DGU-Kongress
Dr. Itengré arbeitet erstmals mit der neuen bipolaren Pinzette.

Weltfrauentag

"Rights. Justice. Action. For ALL Women and Girls." ist das Motto des diesjährigen Weltfrauentags am 8. März. Frauenrechte sind Menschenrechte und sie werden insbesondere in Subsahara-Afrika missachtet. Geburtsfisteln sind ein wichtiger Indikator für die mangelnde Gesundheitsfürsorge für Frauen.

Unterstützen Sie unsere Arbeit aktiv, z.B. mit dem Verteilen von Flyern. Melden Sie sich einfach bei info@fistula.de. Wir schicken Ihnen gerne die gewünschte Menge zu. Gerne erinnern wir auch an die Möglichkeit, eine Spende für Fistula zu verschenken oder im Rahmen eines Festes für uns zu sammeln.

Stärken wir die Position der Frauen in Deutschland und der ganzen Welt! Engagieren wir uns für Verständigung, Kooperation und ein Recht auf Gesundheit, wo immer wir auch sind!

Unterstützen Sie unsere Projekte in Uganda und Burkina Faso, spenden Sie dort, wo die Hilfe bei den Menschen ankommt!

Ein sonniges Frühjahr wünscht Ihnen für das Team von Fistula e.V.


Dr. Barbara Teltschik
Vorstand Fistula e.V.

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Spendenkonto Fistula e.V.

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BIC (SWIFT-CODE): DAAEDEDDXXX

Fotos: Dr. Barbara Teltschik - Copyright: Fistula e.V.

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